Bettina, Thomas, Hermann und Ingo

Am Samstagmorgen waren die Kinder da und haben mich zum Einkaufen abgeholt. Wir waren auf dem Markt in Oberhausen. Ich besorgte mich Äpfel, Mangos, Karotten, Zwiebeln, ein Brot und Streuselkuchen, 500gr. Blütenpollen, Eier und ein Sträußchen Blumen für die Schwiegertochter.  “Hast du was gut zu machen”, fragte sie. Dann holten wir Tina ab und besorgten den Drucker.

Am Abend machte ich mich auf zu Horst Auwela, wegen der Frikadellen und der Renovierung seiner Hütte. Ich war lange nicht mehr bei ihm gewesen und war mehr als überrascht. In seiner 25qm großen Höhle sah es aus wie bei einem Klüngelspit. Eine Hantelbank und eine Heimorgel, eine Fahrrad-Heimtrainer, eine verstaubte Gitarre, ein Trampolin, zwei PC’s, von denen keiner funktioniert, drei Bildschirme, mehrere Jahrgänge Zeitschriften und Tageszeitungen, der Hamsterkäfig mit Fridolin, sein Partner Lieutanant Stoned, ein zwitschernder Wellensittich, einige Kartons mit Geschirr und Kleidung, einige Dosen Sauerkraut, Brechbohnen, ein Sack Kartoffeln, drei Kisten Mineralwasser, zwei Kartons H-Milch – mehr weiß ich jetzt nicht.

“Horst, da läßt du dir aber jemand kommen. Da helf ich dir nicht mit. Melde dich beim Sozialamt, sie sollen Dir jemand von der ambulanten Wohnungshilfe genehmigen.”

“Kennst du da jemand, Jonny?”

“Jonny wird mal seine Fühler ausstrecken.”

“Weißt du, Jonny, das alles verleiht mir ein bißchen Sicherheit.”

Heute morgen war ich dann um sieben hoch. Zum Frühstück guck ich manchmal die Talkshow im WDR mit der Böttinger. Diese Gesellschaft, denk ich,  ist eine einzige Quasselbude. Der Comedian Thomas Hermann war da, der Ingo Appelt, die Schauspielerin Michelle Barthel und die Musikerin Miss Platnum. Die Michelle erzählte ihre verzweifelte Geschichte, die sich in einem Flugzeug abgespielt hat, wo sie einen Fensterplatz eingenommen hatte. Ein menschliches Bedürfnis, wo der Kaiser allein und zu Fuß hingeht, hat sie dann bedrückt. Aber sie traute sich zuerst nicht, das neben sie sitzende Rentnerehepaar zu unterrichten, aber dann doch, und das verständnisvolle und lebenserfahrene Rentnerpaar stand dann ohne Murren auf, wenn auch sehr umständlich, was sie baff erstaunte. Da hat der Thomas eine weitere Geschichte aus der Luftfahrt zu erzählen gewußt, wie die Rentner immer mit den Regenmänteln um sich werfen, wenn sie die Stufen zum Aeroplan erklimmen und dann die Armlehnen belegen, was dem Thomas Schwierigkeiten bei der Lektüre der SZ bereitet. Und das im Flugzeug alle Passagiere Tomatensaft trinken, er aber neuerdings auch wieder Apfelsaft. Auch er ist erstaunt und überrascht über die osteoproseccokranken, schwerfälligen und klappernden Altersknochen der Flug(r)enten.

Was soll man sagen. Unsereiner ärgert sich einen Moment, das er GEZ-Gebühr zahlt für Nix und Wiedernix. Aber ganz stimmt es auch nicht. Im Bayerischen Fernsehen, um 12 Uhr Mittag: der 2005 verstorbene Chefdirigent des Münchner Rundfunkorchesters Marcello Viotti erzählt die Geschichte von Ravels Ma mere l’Oye. Wie süß das Leben sein kann – man möchte weinen.

Thierry De Mey – Ravel Film de danse 2001 Charleroi danses  

3 Antworten zu „Bettina, Thomas, Hermann und Ingo“


  1. 1 Achim 2. März 2010 um 07:14

    Opa,

    Du bist vielleicht ein Hausmeister, was ist denn an den Comedians so schlimm. Am Sonntag, die Anke Engelke, wo sie mit den hilflosen Tennisschüler auf’en Tennisplatz is, und die Engelke immer cool, hockt da breitbeinig im Trainerstuhl und weiß ich nicht, wie’ses gemacht haben, da schießen dann die Tennisbälle wohl aus ihren Unterleib mit einer Wucht, wie soll ich sagen, ihrem Tennisschüler entgegen, also ich sags anders, die Muschi, da wo du mit Dein harten Glied und die Tina mit ihre warme Wonne mit Dir zusammen kommt – ich hoffe, ich hab mich jetzt undeutlich genug ausgedrückt -: Aus der Engelke’schen Muschi, mal Deine Ausdrucksweise gebrauchend – bekommt man die Information – schnellen die Tennisbälle auf den Schüler zu, der natürlich verdutzt nix checkt.

    Opa, bist du jetzt verklemmt, oder was? Is doch cool, die Braut.

    Dein Enkel Achim

    • 2 Horst Auwela 2. März 2010 um 07:54

      Hörma Jung,

      Dein Opa Jonny hält viel für Dich. Er sacht noch letztlich zu mir: “Horst, der Achim hat den Schalk im Nacken. Die Sache mit den Alwis sein Tochter, die Rita, diese Einladung für den Fahrt auf’en Mülheimer Wasserbahnhof bis hinauf zum Baldeneysee – das macht er richtig. Er soll die Frauen ruhig kennenlernen. Es nutzt ja nix.”

      Da kannste dem Jonny jetz nich innen Rücken fallen. Dein Opa is en Mann, der hat Geschmack, schon immer gehabt. Du kannst datt, watt der Jonny jetzt hier schreibt, ruhig auf Latein übersetzen, wie den Cicero und den Sokrates seine Schriften, dattse später dann inne Abiturklassen in ganz Deutschland watt von unsere Denkweise und Philosophie und Grammatik verstehen lernen. Und auch dattse dann wissen, in watt für dekadente Zeiten wir Frührenter uns anne Ruhr et haben gutgehen lassen, wenn man mal den Kopf in die frische Luft steckt.

      Howdie, Achim
      Dein Horst Auwela

  2. 3 Nederland 3. März 2010 um 07:28

    Achim,

    Du hast dich undeutlich genug ausgedrückt. Meinetwegen kannst du mit der Engelke auch Schlittenfahren.

    Dein Opa Jonny


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