“Machen wir uns nix vor. Und kommen sie erstmal zur Ruhe,” ermahnte ich den Kundenberater von der Telefongesellschaft, der mir die neue Technologie modernen Fernsehens schmackhaft machen wollte.
“Filme ohne Werbung, übers Glasfasernetz. Was haben sie für einen Anschluß?”
“Kabelsalatfernseh aus der Steckdose.”
“Da sparen sie sich die Kosten fürs Kabel.”
“Die sind aber schon in der Miete enthalten.”
“Da kommen sie raus. Ich würde Ihnen gleich auch zu HDTV raten, zehn Euro mehr. Astreines Fernsehen, gestochenscharfe Bilder.”
“Auch bei Melissa – folge Deinem Herzen?”
“Alles. Auch Bundesliga total.”
“Hören sie”, denn in dem Moment hatte ich sogar ein wenig Gefallen an dem Gespräch gefunden, “ich bin ein ernsthafter Mensch und gucke nur sehr wenig fern.”
“Sehen sie, ich auch. Und das wird dann im Endeffekt noch weniger, weil ja die Werbung wegfällt.”
“Da haben sie durchaus recht. Und brauche ich da eventuell weitere Endgeräte.”
“Mit was für’n Router arbeiten sie denn? Najagut, die Eumex haut da nicht hin. Und dann brauchen sie noch einen Receiver, können sie kaufen oder mieten.”
“Im Moment betreibe ich eine sehr restriktive Haushaltspolitik. Darunter fällt auch die Herausforderung der Kostensenkung, ohne daß ich meine Frau gleich in die Wüste schicke, da sie doch die Anweisung erhalten hat, Brot vom Vortag einzuholen, weil ich schlecht zu Fuß bin.”
“Perfekt. Da sind noch Gutschriften drin für sie, sie haben 16 GigaByte Übertragungsrate, keine Werbung, höchste Qualität, exklusives Programm.”
“Ich gucke gern Harald Glööckler.”
“Kenne ich nicht, aber den kriegen wir schon her. Das glaube ich doch.”
“Wenn sie das nicht genau wissen, dann erkundigen sie sich erstmal, das ist mir wichtig. Ich ruf sie dann wieder zurück.”
“Am besten bis Ende Mai. Denn da winken noch allerhand Überraschungen.”
“Aber denken sie mir an den Glööckler!”
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